Donnerstag, 28 August 2014 00:00

Sollten wir uns als Christen tätowieren lassen?

Bild 252kompriMir ist bewusst, dass ich mit diesem Thema gegen einen Lebensstil schreibe, der in unserer heutigen postmodernen Gesellschaft hochaktuell ist. Wo wir auch hinschauen, erblicken wir Tattoos und Piercings. Besonders bei den jüngeren Gliedern der Gesellschaft erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit.

Nackte Haut wird offen zu Markte getragen mit der Absicht, Bewunderung, Anerkennung und mitunter auch Protest zu erregen. Manch einer möchte einfach nur „dazugehören“. Andere wiederum möchten ihre Individualität oder auch Abscheu vor der Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Was auch immer dazu bewegen mag sich tätowieren zu lassen, wir müssen uns als Christen fragen, ob ein derartiger Trend in den Reihen Christi angebracht ist.

 

Wo liegt der Ursprung der Tattoos?

Auch bei modernen Erscheinungen ist es interessant, nach dem Ursprung zu schauen. So ist im Internet zu lesen: „Bereits vor Jahrtausenden kannte man die Tätowierung oder Tatauierung. Sie war meist von ritueller, okkulter oder therapeutischer Bedeutung. … Eine ganz exakte Jahreszahl lässt sich leider nur schwerlich feststellen, jedoch legen Vermutungen nahe, dass man bereits … vor Christus die ersten Tätowierungen kannte. Damals handelte es sich wohl um sogenannte Schmutztattoos. Es wurden sich selbst oder anderen kleine Wunden zugefügt und diese mit Asche eingerieben, woraus sich ein bleibendes Muster bildete. Weit vor Christus wurden spitze Gegenstände wie Dornen oder Tätowierkämme verwendet, um kleine Löcher in die Haut zu stechen oder zu ritzen und diese mit unlöslichen Farbpigmenten einzureiben. In Chile wurde eine sehr alte Mumien gefunden, welche Tattoos an Händen und Füssen aufwiesen und auch die über 5.000 Jahre alte Gletscher-Mumie Ötzi wies etliche Zeichen auf ihrer Haut aus. … Unter der westlichen Bevölkerung haftete der Tätowierung lange Zeit der Hauch des Verwegenen an. Sie war vorwiegend Seeleuten und Häftlingen vorbehalten. Erst während der 1960er Jahren wurde das Tattoo von Hippies, Punks und Rockern, welche dieses aus Protest oder zum Ausdruck ihrer Individualität trugen, allmählich gesellschaftstauglich gemacht. Mittlerweile sind Tattoos in allen Schichten und in den unterschiedlichsten Stilen anzutreffen.“://suite101.de/article/tattoo--ursprung-und-bedeutung-der-taetowierung-a98867#.U_okX6zTaBE

Tattoo und Bibel

Doch was hat uns die Bibel zu diesem Thema zu sagen? Wir finden dazu einen Text in

3. Mose 19,28 „Ihr sollt keine Einschnitte an eurem Leibe machen für eine abgeschiedene Seele und sollt euch nicht tätowieren!“ (Schlachter 1951)

Dies war ein Verbot Gottes an die Israeliten zur alttestamentlichen Zeit. Gott wollte, dass die Israeliten sich von den benachbarten heidnischen Völkern, die Namen ihrer Götter oder auch Symbole in die Haut ritzten, unterschieden. Sie sollten dem Herrn ein heiliges Volk sein und sich nicht in deren Gebräuchen verlieren. So lesen wir in

5. Mose 14, 1-2 „Ihr seid Kinder des HERRN, eures Gottes. Darum sollt ihr euch keine Einschnitte machen, noch euch kahlscheren zwischen euren Augen wegen eines Toten; denn du bist ein dem HERRN, deinem Gott, heiliges Volk, und dich hat der HERR erwählt, dass du ihm ein Volk des Eigentums seiest unter allen Völkern, die auf Erden sind.“ (Schlachter 1951)

Die Frage ist nun, ob uns diese Texte heute noch etwas zu sagen haben und ob vielleicht ein Grundsatz dahintersteckt. Lasst uns einmal zu den Anfängen der Schöpfung zurückgehen. Als Gott den Menschen erschuf und ihn zum Verwalter des Paradieses machte, heißt es zum Abschluss der sechs Schöpfungstage in

1. Mose 1,32 „…Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut…“

Der Mensch war vollkommen! In Vers. 27 lesen wir sogar, dass er nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde. Wenn etwas vollkommen ist, ist dem nichts mehr hinzuzusetzen. Alles war dem Gesetz der Liebe unterworfen, denn Gott ist die Liebe (1. Johannes 4,8). Gott hatte sich ein Gegenüber mit einem freien Willen geschaffen. Denn Liebe kann nur in der Freiwilligkeit gedeihen. Wer von uns möchte schon gern mit einem Roboter verheiratet sein, der uns zwar immer sagt „Ich liebe dich“, aber keine eigenen Emotionen entgegenbringen kann?

Gott prüfte die Loyalität des Menschen im Garten Eden (1. Mose 3), doch leider haben die ersten Menschen diese Prüfung nicht bestanden. Unter den Folgen leidet seitdem die gesamte Schöpfung – eingeschlossen uns Menschen. Wir alle müssen, wie von Gott angekündigt, sterben und haben unsere paradiesische Heimat verloren. Zwischen Gott und dem Menschen ist eine Kluft entstanden und der nichtbekehrte Mensch steht unter der Herrschaft Satans (Jakobus 4,7). Da nunmehr nicht mehr Gott der Herr des unbekehrten Menschen ist, sondern Satan, vollbringt der Mensch auch die Werke Satans. Die Bibel sagt, er wandelt nach dem Fleisch, ist selbstsüchtig und böse geworden (Römer 7,18). In Galater 5,19 lesen wir dazu:

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung…“

Doch Gott überließ den Menschen nicht sich selbst. Er hätte ihn auch einfach vernichten können, doch das wollte Er nicht. Da Gott die Liebe ist, erdachte Er stattdessen einen Rettungsplan. Er sandte Seinen Sohn in die Welt, um den ewigen Tod, den wir eigentlich verdient haben, für uns zu sterben. So heißt es in

Johannes 3,16 „Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Gott machte uns damit ein riesengroßes Geschenk! Wenn wir es im Glauben annehmen, stehen wir nicht mehr unter der Knechtschaft der Sünde. Vielmehr sind wir Kinder Gottes geworden. Als solche stehen wir im Dienste Gottes. Darum schreibt Paulus in

1. Korinther 6,19-20 „Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum preiset Gott an eurem Leibe, und in eurem Geiste, welche sind Gottes.“

und wir dürfen mit ihm ausrufen:

„Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich für mich dargegeben.“ Galater 2,20

und in Römer 6,12 heißt es

„Soll lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten.“

Der bekehrte Christ will nicht mehr seinen eigenen, egoistischen Willen tun, sondern zur Ehre Gottes leben. Bei allem, was er tut, wird er sich fragen: „Würde Jesus das an meiner Stelle auch tun? Verherrliche ich IHN in meinem Handeln?“ Er möchte nicht mehr nach den Moden der Welt leben. Im 1. Timotheus 2, 9 schreibt Paulus zu den christlichen Frauen seiner Zeit:

„…ebenso, dass die Frauen in sittsamem Gewande mit Schamhaftigkeit und Zucht sich schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung,…“ (Schlachter 1951)

Könnt ihr euch vorstellen, dass Paulus ihnen wohl auch geraten hätte, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wenn er in unserer Zeit leben würde? Ich denke nicht! Er hätte wohl eher mit Johannes eingestimmt, der in schrieb .

Johannes 2,15 „Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.“

Die prophetischen Worte von E. G. White bestätigen diese Haltung. Sie schrieb:

„Jene, die ihr eigenes Ich hegen und pflegen, Stolz und Eitelkeit fördern und die Zeit, die eigentlich der Arbeit für den Herrn geweiht sein sollte, für ihre Kleidung und ihr Äußeres verwenden, erleiden einen entsetzlichen Verlust. Mir schmerzt das Herz, wenn ich gezeigt bekomme, wie viele ihr eigenes Ich zum Idol erheben. Christus hat den Erlösungspreis für sie gezahlt. Ihm sollten sie mit aller Kraft dienen. Ihre Herzen sind jedoch voller Eigenliebe, und alles, was sie sich wünschen, ist, sich selbst zu schmücken. Sie verschwenden keinen Gedanken an das Wort: “Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.” Markus 8, 34.“ Für die Gemeinde geschrieben, Band 1, S. 83,84

Ich denke, wenn wir die Worte der Bibel ernst nehmen, werden wir erkennen, dass es nicht Gottes Wunsch ist, dass wir aus unseren Körpern Gemälde machen oder auf unserer Haut Symbole zur Schau stellen, genauso wenig, wie wir uns Jesus mit einer Zigarette im Mund vorstellen können. Schließlich möchte Jesus uns doch reinigen an Körper, Geist und Seele. Darum, lasst uns nicht liebäugeln mit den aktuellen Modeerscheinungen, sondern mit Paulus einstimmen:

„…Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.“ 2. Korinther 7, 1

Möge der Herr uns dabei helfen, wie Er es versprochen hat.

Amen

Gabriele Röglin

Gelesen 1527 mal Letzte Änderung Freitag, 19 September 2014 12:45

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