Sonntag, 31 August 2014 00:00

Das Gesetz Gottes zur Patriarchenzeit im AT

Fotolia 60756259 Subscription XXL     MIX RR     KVielfach hören wir heute, das Gesetz Gottes hätte nur seinen Bestand in alttestamentlicher Zeit, das wäre die Zeit des Gesetzes. In neutestamentlicher Zeit befänden wir uns unter der Gnade. Jesus wäre des Gesetzes Erfüllung. Das Gesetz hätte darum auch keinen Bestand mehr. Außerdem wurde das Gesetz erst am Berg Sinai den Juden gegeben.

Wir sagen: „Dem ist nicht so!“Doch wie können wir das beweisen? Gibt es Beweise, dass das Sittengesetz schon vor der Gesetzgebung am Berg Sinai bekannt war? Wir wollen dem einmal auf den Grund gehen.

  •  Gibt es Sünde, wenn es kein Gesetz gibt?

Röm. 4,15, 2.Teil: „…aber wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.“

Röm. 5,13, 2.Teil: „…Sünde aber wird nicht angerechnet, wenn kein Gesetz ist.“

Wir müssen hier ganz klar erkennen, dass die Erkenntnis der Sünde durch ein Gesetz kommt, denn:

Röm. 3,20, 2.Teil: „…denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“

und:

Röm. 7,7, 2.Teil: „…Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz.“ (Elb.1989)

• Welche Schriftstelle zeigt uns, dass Sünde in der Welt existierte, ehe das Gesetz am Sinai gegeben wurde?

Röm. 5,13: „denn bis zum Gesetz war Sünde in der Welt; Sünde aber wird nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz ist.“ (KonNT)

Die Tatsache, dass die Sünde vor der Gesetzgebung am Sinai zugerechnet wurde, ist ein deutlicher Beweis, dass das Gesetz vor jenem Ereignis schon vorhanden war.

Wann kamen Sünde und Tod in die Welt?

Röm. 5,12: „Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben.“ (Elb1989)

Wir wissen, dass hier die Sünde von Adam und Eva gemeint ist, wie aus Vers 14 hervorgeht.

Mit welchen Worten ermahnte Gott Kain?

1. Mose 4,7: „Ist es nicht so, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht Recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.“ (Luther 1984)

Wir sehen an dieser Textstelle, dass Kain durchaus sein sündiges Verhalten bewusst gewesen sein muss. Er konnte zwischen Recht und Unrecht unterscheiden, ansonsten hätte Gott ihn nicht derart ansprechen können.

Woran ist zu erkennen, dass Gott Kain die Sünde zurechnete?

1. Mose 4,10-11: „Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her. Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen.“

Wäre Kain seine Sünde nicht bewusst gewesen, hätte Gott ihn nicht verfluchen können. Dann läge die Schuld bei Gott, da Er ihn nicht aufgeklärt hatte und Gott wäre ungerecht gewesen.

Worin unterschieden sich die Charaktere Kains und Abels?

1. Joh. 3,12: „Nicht wie Kain sollen wir sein, der aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.“

Es muss also zu jener Zeit eine Richtschnur gegeben haben, an der der Charakter der Menschen gemessen wurde. Diese Richtschnur muss den Unterschied zwischen Recht und Unrecht gezeigt und dem Menschen seine Pflicht verdeutlicht haben. Aber gerade dies ist die Aufgabe des Gesetzes Gottes. Darum sagen wir: Es muss zu jener Zeit schon die Kenntnis eines Gesetzes vorhanden gewesen sein.

In welchem Zustand befand sich die Welt vor der Sintflut?

1. Mose 6,11: „Aber die Erde war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat.“

Wie wird Noah genannt?

2. Petr. 2,5: „…und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit…“

Noah muss die vorsintflutlichen Menschen vor der Sünde gewarnt, zur Buße aufgerufen und jenen Gehorsam des Glaubens, der das Leben in Einklang mit dem Gesetz Gottes bringt, gepredigt haben.

Warum vernichtete der Herr Sodom?

1. Mose 13,13: „Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündigten vor dem Herrn.“

Wie wird das Verhalten der Bewohner Sodoms beschrieben?

2. Petrus 2,7-8.: „…und wenn er den gerechten Lot rettete, der von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält wurde – denn der unter ihnen wohnende Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken…“(Elb1989)

Ihre Werke hätten nicht gesetzlos sein können, wenn es damals kein Gesetz gegeben hätte. In einigen Bibelübersetzungen heißt es auch ungerecht (Luther 1545 u. 1912). Ungerecht wiederrum bedeutet dem Recht oder Gesetz entgegen. Die Menge-Übersetzung formuliert: „denn die gesetzwidrigen Taten …“ (Vers 8)

Was antwortete Joseph in Ägypten, als er zur Sünde verführt werden sollte?

1. Mose 39,9 2. Teil: „…Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und gegen Gott sündigen?“ ( Elb1989)

Was sagte Gott zu Abraham über die Amoriter?

1. Mose 15,16: „Und in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren; denn das Maß der Schuld des Amoriters ist bis jetzt noch nicht voll.“ (Elb1989)

Welche Sünde begingen die Amoriter ganz besonders?

1. Könige 21,26: „Und er (Ahab) handelte ganz abscheulich, indem er den Götzen nachlief, ganz wie es die Amoriter getan hatten, die der Herr vor den Söhnen Israel vertrieben hatte.“ (Elb1989)

Warum verabscheute der Herr die Kanaaniter?

3. Mose 20, 22-23: „Und ihr sollt all meine Ordnungen und all meine Rechtsbestimmungen halten und sie tun, damit euch das Land nicht ausspeit, in das ich euch bringe, darin zu wohnen. Und ihr sollt nicht in den Ordnungen der Nation leben, die ich vor euch vertreibe; denn alle diese Dinge haben sie getan, und sie sind mir zum Ekel geworden.“ (Elb1989)

Der Ausspruch, dass sie alle diese Dinge getan haben, bezieht sich auf das, was vorher den Israeliten verboten worden war. Darunter befand sich auch der Götzendienst (3.Mose 20,1-5). Hieraus ist zu ersehen, dass die Heiden wie die Juden dem Gesetz Gottes gegenüber verantwortlich waren und wegen der Übertretung desselben von Gott verabscheut wurden.

Warum gab Gott Abrahams Nachkommen die Verheißung?

1. Mose 26,5: „…dafür, dass Abraham meiner Stimme gehorcht und meine Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und meine Gesetze.“ (Elb1989)

Wir sehen hier, dass Gottes Gebote und Gesetze schon zur Zeit Abrahams vorhanden waren, weit vor der Gesetzgebung am Sinai.

Was sagte Gott vor der Gesetzgebung am Sinai zum Volk, als einige am siebenten Tage ausgingen, Manna zu sammeln?

2. Mose 16,28: „Da sprach der Herr zu Mose: Wie lange habt ihr euch nun schon geweigert, meine Gebote und Gesetze zu halten!“ (Elb1989)

Von welchen Geboten und Gesetzen ist hier die Rede? Es gab doch nach der Meinung vieler noch gar keine!

Hatte der Herr schon vor dieser Zeit vom Sabbat gesprochen?

2. Mose 16,23, 1. Teil: „Er sagte nun zu ihnen: Dies ist es, was der Herr geredet hat: Morgen ist eine Sabbatfeier, ein heiliger Sabbat für den Herrn.“

Dasselbe gilt natürlich auch für den Sabbat.

Was lehrte Mose dem Volk, ehe es zum Sinai kam?

2. Mose 18, 16: „Wenn sie eine Rechtssache haben, dann kommt es zu mir, und ich richte zwischen dem einen und dem anderen und gebe ihnen die Ordnungen Gottes und seine Weisungen bekannt.“

Hier sollte sogar Recht gesprochen werden. Welche Ordnungen und Weisungen Gottes waren hier die Grundlage dafür, wo es doch angeblich noch keine gab?

Alles dies zeigt, dass das Gesetz von Anfang an existierte, in der Welt bekannt war und gelehrt wurde, ehe es am Sinai verkündigt wurde.

Die Frage ist jetzt nur, in welcher Form die Menschen das Gesetz besaßen. Wir antworten darauf:

Adam und Eva besaßen bei ihrer Erschaffung Kenntnis vom Gesetz Gottes. Sie waren mit seinen Forderungen wohl vertraut; es war ihnen ins Herz geschrieben. Patriarchen und Propheten, Seite 341

Das erhabene Gesetz der Liebe, das im Paradies offenbart, auf Sinai verkündet und im Neuen Bund ins Herz geschrieben wurde, bindet den menschlichen Arbeiter an den Willen Gottes. Das Leben Jesu, Seite 320

Doch:

Auf Grund der langjährigen Gefangenschaft in Ägypten wurde die Kenntnis des Gesetzes immer mehr verwischt. Daher musste eine Auffrischung erfolgen. Diese erfolgte dann am Berg Sinai unter Entfaltung der göttlichen Macht. Wir lesen dazu:

Inmitten von Götzendienst und Verdorbenheit hatten sie weder eine rechte Vorstellung von der Heiligkeit Gottes noch von ihrer großen Sündhaftigkeit und völligen Unfähigkeit, dem Gesetz Gottes aus eigener Kraft zu gehorchen, und auch nicht von ihrer Erlösungsbedürftigkeit. Das alles mussten sie erst verstehen lernen. Gott führte sie zum Sinai. Hier offenbarte er ihnen seine Herrlichkeit. Er gab ihnen sein Gesetz und verhieß ihnen unter der Bedingung des Gehorsams große Segnungen: “Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr ... mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.” 2.Mose 19,5.6.

Die Volksmenge aber erkannte weder ihre Sündhaftigkeit noch die Unmöglichkeit, ohne Christus Gottes Gesetz halten zu können! Bereitwillig ging sie den Bund mit Gott ein. In dem Bewusstsein, aus sich heraus zur Gerechtigkeit fähig zu sein, erklärten die Israeliten: “Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.” 2.Mose 24,7.

Sie hatten die Gesetzesverkündigung in schrecklicher Majestät am Berge erlebt und vor Furcht gezittert. Aber es vergingen nur wenige Wochen, bis sie ihren Bund mit Gott brachen und sich in Anbetung vor einem gegossenen Bild beugten. Sie konnten mit Hilfe eines Bundes, den sie verletzt hatten, nicht mehr auf Gottes Gnade hoffen; aber sie begriffen nun ihre Sündhaftigkeit und die Notwendigkeit der Vergebung. Jetzt spürten sie, wie dringend sie den Erlöser brauchten, der im Bund mit Abraham bereits geoffenbart und in den Opfern vorgeschattet war. So fühlten sie sich nunmehr Gott durch Glauben und Liebe als ihrem Erretter aus der Knechtschaft der Sünde verbunden. Jetzt erst waren sie innerlich darauf vorbereitet, die Segnungen des Neuen Bundes richtig zu erfassen. Die Bedingungen des Alten Bundes waren: Gehorche und lebe. Ich gab ihnen “meine Gebote ..., durch die der Mensch lebt, der sie hält.” Hesekiel 20,11; vgl. 3.Mose 18,5. Aber “verflucht sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllt, dass er danach tue!” 5.Mose 27,26.

Der Neue Bund beruhte auf “besseren Verheißungen” Hebräer 8,6, den Verheißungen der Sündenvergebung und der Gnade Gottes, die das Herz erneuert und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Gesetzes Gottes bringt. “Das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein ... Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.” Jeremia 31,33.34.

Dasselbe Gesetz, in Steintafeln eingegraben, schreibt der Heilige Geist in die Herzen. Anstelle des Versuches, unsere eigene Gerechtigkeit aufzurichten, nehmen wir die Gerechtigkeit Christi an. Sein Blut sühnt unsere Sünden. Sein Gehorsam wird als der unsrige angenommen. Dann wird das vom Heiligen Geist erneuerte Herz “die Frucht ... des Geistes” Galater 5,2 bringen. Durch die Gnade Christi werden wir dem Gesetz Gottes gehorsam sein, das in unsere Herzen geschrieben ist. Und wenn wir den Geist Christi haben, werden wir leben wie er.

Durch prophetische Aussage erklärte er über sich selbst: “Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.” Psalm 40,9. Und als er unter den Menschen weilte, sagte er: “Der Vater lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.” Johannes 8,29. Der Apostel Paulus stellt die Beziehung zwischen Glaube und Gesetz im Neuen Bund klar heraus. Er sagt: “Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.” Römer 5,1. “Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.” Römer 3,31. “Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war”, — es konnte den Menschen nicht rechtfertigen, weil er in seiner sündigen Natur das Gesetz nicht halten konnte, — “das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, auf dass die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.” Römer 8,3.4.

Gottes Werk ist zu allen Zeiten dasselbe geblieben, obwohl es unterschiedliche Entwicklungsstufen erlebt.

Und es gibt verschiedenartige Offenbarungen der göttlichen Macht, um den Bedürfnissen der Menschen in den jeweiligen Zeitaltern zu begegnen. Beginnend mit der ersten Verheißung der Frohbotschaft über die Zeit der Erzväter und des jüdischen Volkes sogar bis in die Gegenwart, enthüllten sich allmählich Gottes Absichten mit dem Erlösungsplan. Der in den Bräuchen und Zeremonien des israelitischen Gesetzes versinnbildete Erlöser ist derselbe, der im Evangelium offenbart wird. Die Wolken, die seine göttliche Gestalt verhüllten, sind gewichen; die Nebel und Schatten sind verschwunden, Jesus, der Welterlöser, hat sich offenbart.

Er, der vom Sinai das Gesetz verkündete und Mose die Vorschriften des Zeremonialgesetzes gab, ist derselbe, der uns die Bergpredigt hielt. Die Liebe zu Gott, die er als Grundlage des Gesetzes und der Propheten predigte, ist nur eine Wiederholung dessen, was er dem hebräischen Volk durch Mose gesagt hatte: “Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft.” 5.Mose 6,4.5. “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” 3.Mose 19,18.

Der Verkünder ist beide Male derselbe, und die Grundzüge seiner Herrschaft ändern sich nicht. Denn alles kommt von ihm, “bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis”. Jakobus 1,17.
Patriarchen und Propheten, S. 350-353

Gabriele Röglin

(siehe „Bibellesungen im Familienkreis“, Pacific Press Publishing Association, S. 397-400)

Gelesen 1170 mal Letzte Änderung Montag, 15 September 2014 21:17

Verwandte Artikel

Familienberatung

Fotolia 54953338 Subscription XL       K

Oft stehen wir Konflikten in der Partnerschaft oder Kindererziehung hilflos gegenüber.

Mehr Lesen

Seelsorge

Fotolia 54819626 Subscription XXL      K

Wenn die Seele schmerzt ist oft "guter Rat teuer". Wir möchten Ihnen helfen

Mehr lesen