Dienstag, 19 November 2013 15:37

Das Eheversprechen oder - lass uns gemeinsam wandern

Fotolia 55817737 Subscription XXL     KDas Eheversprechen – lass uns gemeinsam wandern! In einem Land und zu einer Zeit, in der jede zweite Ehe scheitert, können wir nicht genug darauf verweisen, wie der Plan Gottes für unsere Ehen aussieht. In Amos 3,3 lesen wir: „Können etwa zwei miteinander wandern, sie seien denn einig untereinander?“ Stellen wir uns dieses Bild der Wanderer vor! Was verbindet die Beiden?

Die Freude am Wandern und das gemeinsame Ziel!

Stellen sich unterschiedliche Wanderziele heraus, wird es nur eine zeitweise Reisebegleitung („Lebensabschnittsgefährte“). Hat einer oder empfinden sogar beide keine Freude an der Wanderung, wird diese zur Qual.

Vor dem Wanderstart

Fotolia 58494579 Subscription XL KAuf die Ehe bezogen bedeutet das Bild der Wandernden: Prüft genau, welche Vorstellungen jeder von der Ehe hat! Stimmt Weg und Ziel ab bevor ihr losmarschiert! Wo wollt ihr hin? Auf welche Weise wollt ihr da ankommen? Was ist euer Marschgepäck? Wenn man ein Auto fahren will, muss man nach vorausgegangener Ausbildung eine Prüfung ablegen.

Ebenso ist es im Beruf.

Wer sich zur Ehe berufen fühlt, muss für diesen komplizierten Beruf nicht weiter als „Ja!“ sagen. Würdet ihr euch in die Hände eines Zahnarztes begeben, der sein Diplom nur mit einem „Ja!“ erworben hat? Das klingt absurd – und doch heiraten immer mehr Menschen, denen offensichtlich jegliche Kenntnisse fehlen. Während in früheren Zeiten die Elternhäuser durch Vorbild und Rat als Ausbildungsstätte gewirkt haben und noch ein Wert auf biblische Wegweisung gelegt wurde, fehlen heute oft diese beiden Bereiche.
Die Bibel wird als altmodisch abgetan und das Eheleben der Eltern wird immer seltener wirklich vorbildlich. In dieses Ehedilemma um uns herum sind wir als christliche Ehepaare und solche, die es werden wollen, gestellt. Wie auf so vielen anderen Gebieten auch heißt es:

Schwimmt gegen den Strom!

Eine bewusst christliche Ehe führen zu wollen, bedeutet heute schon, gegen den Strom zu schwimmen. Während sich viele Heiratswillige sehr um die rechtlichen Vorkehrungen für den Scheidungsfall kümmern, sollten wir uns fragen: Was können wir tun, um unsere Ehe nach Gottes willen und lebenslang glücklich zu gestalten?

Wandern – aus der Mode gekommen

Während früher das sehr gesunde Wandern die erste Wahl der Fortbewegung war, wird heute viel getan, um jeglichen Fußmarsch zu vermeiden. Auf riesigen Parkplätzen vor den Supermärkten drängeln sich alle Autofahrer um jene Plätze, die möglichst nah am Eingang sind – nur keinen Meter zu viel laufen! Es muss alles schnell und hektisch gehen. Der Kraftaufwand und jegliche Anstrengungen sind zu minimieren. Wie stressig so ein Einkauf Fotolia 55892256 Subscription XXL Ksein kann, wissen wir alle.
Wenn dieses Prinzip auf die Ehe übertragen wird, wird aus dieser Wanderung schnell ein Horrortrip. Gestresste Eheleute, die von ihrer Zweisamkeit viel mehr erwartet haben, aber dafür kaum Anstrengungen aufbringen wollen, stellen enttäuscht fest: Das haben wir uns anders vorgestellt. Die Therapie lautet: sich Zeit nehmen – für Gespräche und buchstäbliche Wanderungen und für Zweisamkeit ohne Erfüllung eines Eventprogramms. Aber auch persönliche Anstrengungen leisten: vor allem im Verzicht zugunsten des Partners, Ideen beim Freudemachen entwickeln und die rücksichtsvolle Liebe im Alltag nicht untergehen lassen.

 

Gut zu Fuß!

Habt ihr schon unpassend gekleidete Leute wandern gesehen? Frauen in zarten Riemchensandalen balancieren über Geröll, die Männer oft nicht besser beschuht. Dabei lautet das Motto für jede anspruchsvolle Wanderung: Festes Schuhwerk! Warum? Wollen die bekannten Firmen ihre teuren Wanderschuhe loswerden? Nein! Es geht zuerst um die Sicherheit, denn sicheres Auftreten bietet einen möglichst sturzfreien Ausflug. Aber auch der Laufkomfort ist nicht zu verachten. Auf die Ehe bezogen heißt es: Wählt ein sicheres und komfortables Fundament in Christus, der uns Standsicherheit und ein freudiges Eheleben anbietet!

„Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Korinther 3,11)

Die Wanderroute In unbekanntes Gelände aufzubrechen ist spannend und verspricht Abenteuer. Wir können keinem Wanderanfänger raten: Geh nur dort lang, wo du schon warst. Er war noch nirgends auf großer Tour zu Fuß unterwegs. Also kann es nur heißen:Fotolia 41123981 Subscription XL K

1. Geh nicht allein!
2. Nimm eine gute Karte mit!
3. Vergiss das Handy nicht!

So heißt es für ein Ehepaar: Marschverpflegung Sich ausschließlich auf Beeren am Wegesrand zu verlassen, ist riskant. Ein leckeres Picknick gehört zu den Highlights des Ausflugs. Ebenso braucht unsere Ehe eine Grundlage in der Versorgung mit allem Nötigen. Paulus drückt es deutlich aus:

„Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide.“       (1. Tim. 5,8)

Sooo lange wandern? Ich habe beobachtet, dass manche Kinder sehr gern mit ihren Eltern am Sabbat wandern gehen, während das für andere eine langweilige Angelegenheit ist. Sicher hat das verschiedene Gründe. Aber ich denke, dass man einen Spaziergang auch langweilig oder interessant, gut vorbereitet oder lieblos geplant, mit Höhepunkten oder als Absolvierung einer Pflicht gestalten kann.
Ob etwas schön wird, liegt meist an uns selbst! Man sagt der Ehe nach, dass sie nach einigen Jahren langweilig würde und alles schon absehbar wäre.  Abenteuer –das wäre nur ein trauriger Begriff aus der Palette der Seitensprünge.

Wacht auf ihr müden Wanderer!

Fotolia 55416438 Subscription L KMit welchem Elan seid ihr einst losgelaufen! Welche Freude habt ihr erwartet! Wie schön habt ihr euch alles vorgestellt! Fangt an, all die guten Ideen Wirklichkeit werden zu lassen! Blickt nicht neidisch auf die glücklichen Wanderanfänger, auch nicht mitleidig, als müsse es ihnen bald so gehen wie manch anderem Wander-Langweiler. Nein, lasst euch wieder anstecken von der „ersten Liebe“, die wir im Glaubensleben, aber auch im Eheleben dringend brauchen (siehe Offenbarung 2,4)!

 

Mir tun schon die Füße weh!

Wer ein wanderndes Ehepaar beobachtet, wird feststellen: sie marschieren nicht im Gleichschritt. Manchmal eilt Einer etwas voraus, der Andere verweilt noch am herrlichen Ausblick oder jemand hat auf einer Bank Platz genommen und streckt die müden Füße aus. Dann wartet der Vorausgeeilte oder er geht sogar zurück zum Partner. Am Ende erreichen beide gleichzeitig das Wanderziel. Auch Ehe ist kein militärischer Gleichschritt. Aufeinander achthaben, auf den Anderen eingehen, warten, Geduld und Verständnis haben, sich immer wieder angleichen und an die Hand nehmen – all dies macht eine gute Ehe aus.

„Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen.“ (Hohelied 1,4)

Über Stock und Stein

Ein schnurgerader Feldweg lässt sich gut laufen, wird uns aber doch irgendwann mit seiner Eintönigkeit langweilen. Verschlungene Pfade durch Täler und über Höhen, vorbei an interessanten Plätzen, mit Herausforderungen an die Wanderer, Wege über Stock und Stein – das gefällt uns viel besser. Die Freude nach der Meisterung einer kritischen Situation treibt uns weiter. Nichts anderes ist eine Ehe. Kein Tag gleicht dem anderen und manch Problem will gemeistert werden. Wir dürfen entscheiden, ob wir das als fast unzumutbare Belastung empfinden wollen oder mit Gottes Hilfe als unser „Abenteuer Ehe“.

„Freuet euch in dem Herrn allewege …“ (Philipper 4,4)

„Gelobt sei der Herr täglich. Der Herr legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ (Psalm 68,20)

Die Wandergruppe vergrößert sich

Wenn zwei allein loslaufen, freuen sie sich nach einer Weile doch, wenn sie weitere Wandergesellschaft bekommen. Man lernt sich kennen, freundet sich an, verfolgt das gleiche Ziel.
Fotolia 26144106 Subscription XXL KDie Ehe-Wandergemeinschaft vergrößert sich durch Kinder. Mit ihnen gemeinsam auf dem rechten Weg zu bleiben, die Kleinen sicher zu führen, aneinander Freude zu haben und miteinander in Christus zu wachsen, sind die großen Gaben und Aufgaben einer Familie. Die Kinder werden die Mutter so achten, wie der Vater die Mutter achtet.
Das ist wieder der Grundton, wie die Kinder dann später ihre Familien aufbauen. „Ihr solltet euch Zeit nehmen, um mit euren Kleinen zu sprechen und zu beten und es nicht erlauben, dass die Zeit der Gemeinschaft mit Gott und euren Kindern durch irgend etwas unterbrochen wird. … Es sollte euch bewusst sein, dass ihr ein Werk für Zeit und Ewigkeit zu tun habt. Eure erste Pflicht schuldet ihr euren Kindern. The Signs of the Times, 22. Juli 1889.“ (Das adv. Heim, engl. S. 266)

Gefahr! Absturz, Irrwege oder Aufgeben

Eine weite Tour durch unbekanntes Gelände ist kein Kinderspiel. Schon zu viele Wanderer bezahlten ihren Leichtsinn Fotolia 60262537 Subscription XL Kmit dem Leben. Auch die Gefahren für unsere Ehe sollten uns bewusst sein, damit beide am Ziel ankommen. Wenn einer sagt: „Ich kann nicht mehr!“, hat der andere vielleicht ein zu schnelles Tempo vorgelegt oder den Weg zu anstrengend gewählt. Es reicht auch nicht, wenn nur einer gut ausgerüstet ist mit festen Schuhen, Wetterkleidung und Marschverpflegung. Alles, was nötig ist, sollten beide haben. Gegen Verirren schützt Beieinanderbleiben und Handykontakt für Notfälle.
All dies können wir auf unsere Ehen deuten: Geht auf sicheren Wegen! Macht keine waghalsigen Experimente und rüstet euch mit allem aus, was eurer Zweisamkeit Beständigkeit und Freude sichert! Wenn eine Ehe scheitert, hat man entweder schon bei der Partnerwahl oder später in der Ehe gravierende Fehler gemacht.

Was ist dir deine Mitwandrerin wert?

 Die Arbeit einer Hausfrau ist einer US-Studie zufolge soviel wert wie die eines Werbemanagers, Marketingchefs oder Richters. Für ihre Tätigkeiten müsste eine Vollzeitmutter ein Jahresgehalt von 106.111 Euro beziehen, errechneten Experten für die Internet-Seite Salaray.com. Pro Woche betrage die durchschnittliche Arbeitszeit 91,6 Stunden.“ (http://www.parents.at) „Die Gewerkschaft der Hausfrauen, die seit längerem ein staatliches Gehalt für Hausfrauen und -männer fordert, beziffert dieses auf 4500 Mark brutto.“ (http://www.zeit.de/2001/26/Wieviel_ist_die_Hausfrau_wert_?page=2)
Wenn nun eine Frau eine Arbeit aus Liebe tut, denkt sie nicht an Bezahlung der zahlreichen Überstunden. Zudem ist ja das Einkommen ihres Mannes, das er aus seiner Arbeit erhält (während sie zu Hause ihre Pflicht erfüllt) ein Familieneinkommen. Ein Ehemann sollte niemals sagen: „Das Geld, das ich verdiene, gehört mir allein!“. Fotolia 56445448 Subscription XXL      KEs ist ja schließlich für die ganze Familie bestimmt. Die obige Studie unterstreicht auf jeden Fall die verschiedenartigen und wichtigen Funktionen einer Hausfrau. Sie tut ganz bestimmt keine minderwertige Arbeit, im Gegenteil. Sie muss großes Können und Geschick beweisen.
Jede treue Frau und Mutter verdient die ganze Wertschätzung ihrer Familie. Was ist eine Frau wert? Man kann ihren Wert nicht in Zahlen ausdrücken, aber jeder aufmerksame Ehemann wird bemüht sein, seine Dankbarkeit ihr gegenüber zu zeigen. Er sollte alles für sie tun und sie lieben, wie Christus die Gemeinde liebt (siehe Epheser 5,24). Entscheidet selbst!

Bei vielen wesentlichen Lebensbereichen wird geraten:

Geh zurück in den Garten Eden,

z. B. in der Verbindung zu Gott, der gesunden Lebensweise und der Sabbatgestaltung. Wir dürfen mit unsern Gestaltungsvorstellungen zur Ehe ebenfalls zurückgehen bis in den Garten Eden. Was war Gottes Absicht?

„Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“ (1. Mose 2,18, Elberfelder)

Andere Übersetzungen sagen: „… als sein Gegenüber.“
Liebevolles, gleichwertiges Miteinander von Mann und Frau und Harmonie trotz unterschiedlicher Aufgabenbereiche, das ist das Ehemodell im sündlosen Zustand. Ob dies unser Ziel ist oder ob wir uns auf eine Rangfolge unter der Herrschaft der Sünde verlassen, das entscheiden wir. Wer es ausprobiert hat: Bei der ersteren Wahl (Eden) habt ihr den Himmel …

Am Ziel

Fotolia 45150211 Subscription XXL KDer glücklich erreichte Zielpunkt der Wanderung lässt uns aufatmen, freudig und dankbar zurückblicken. Das Ziel unserer Ehe möge das Erreichen der himmlischen Heimat sein! Dabei gibt es viele kleine Teilziele, Etappensiege, wie z. B. unsere Charaktervervollkommnung oder gemeisterte Kindererziehung. Die Ehe ist das beste und wichtigste Missionsgebiet, und dient dazu, meinen Charakter zu bilden und zu entwickeln.

„Das Familienband ist das festeste, zärtlichste und heiligste irgend einer Verbindung auf Erden. Es war dazu bestimmt, ein Segen für die Menschheit zu sein. Und es dient zum Segen, wenn man in der Furcht Gottes und mit richtiger Erkenntnis für seine Verantwortung in den Ehebund eintritt.“ (Fußspuren, S. 33)

  

Ob Anfänger oder Fortgeschrittene –

Gott segne Eure Ehe! Amen

Jens und Ines Müller

 

Gelesen 1734 mal Letzte Änderung Donnerstag, 06 März 2014 10:47

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