Montag, 04 November 2013 00:00

Wer bin ich?

Fotolia 55623350 Subscription XXL     KUnter der Überschrift „Psychische Probleme bei Jugendlichen“ las ich einen interessanten Beitrag im Internet:
„»Wer bin ich? Wofür braucht mich die Welt?« Jugendliche befinden sich auf der Suche nach der eigenen Identität. Diese Zeit ist sehr schwierig. Viele Jugendliche entwickeln in dieser Zeit psychische Probleme. Sie finden nur schwer zu sich selbst. Doch woran liegt das?“

(http://www.gesundheitsseiten24.de/menschliche-psyche/jugend-und-psyche.html)

 Wenn du, lieber Leser,  jung bist oder mit Jugendlichen zu tun hast, lade ich dich ein, dich näher mit diesem Thema zu beschäftigen!

Wenn behauptet wird, viele Jugendliche fänden nur schwer zu sich selbst, stehen wir dann nicht gleich da und meinen: „Selbstfindung gehört nicht zum christlichen Verständnis.“? Wir belächeln entsprechende Veranstaltungen und persönliches Bemühen, das sich mit der eigenen Person beschäftigt, als Selbstfindungstrips, die das Ego hochheben und skurrile Früchte tragen. Der erwähnte Internetartikel geht von der Tatsache aus, dass es wichtig sei, zu sich selbst zu finden. Ist dem so? Was können wir als Christen dazu sagen, die doch das Motto: „Das Ich muss sterben“ häufig gebrauchen?

Jugendzeit ist Entscheidungszeit

 „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend …“ (Prediger 12,1)

Die Bibel rät gerade jungen Menschen, sich mit Gott zu beschäftigen und ihr Leben nach seinem Willen und Plan auszurichten. Diesen biblischen Aufruf können wir in direktem Zusammenhang mit der Fortführung des Internetbeitrages setzen:

„Sie [die Jugendlichen] bilden eigene Normen und Werte und bauen ein neues Selbstbild auf. »Wer bin ich, wo gehöre ich hin, wo ist mein Platz in dieser Familie und der Gesellschaft?Fotolia 43008846 Subscription XL K Welchen Weg soll ich einschlagen, was soll aus mir werden?« Dies sind Fragen, die sich Jugendliche stellen, um sich ein eigenes Lebensmuster zu weben. Ihre Antworten finden sie in einem festen gesellschaftlichen Umfeld mit festen Lebensentwürfen und positiven Bildern von der Zukunft.“

Das klingt sehr positiv und ist es auch. Aber dann greifen die Autoren dieses Jugendartikels das eigentliche Problem auf: Jugendliche, die sich nicht finden.
„Denn leider gibt es immer weniger Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten, auf die Jugendliche bauen können. Deshalb sind die Jugendjahre für viele eine Zeit der Selbstzweifel, Ängste und Frustrationen. Woran sollen sie sich orientieren?“
Immer mehr Jugendliche erleben kein glückliches, wegweisendes Elternhaus, haben Probleme in der Schule, finden keine Perspektive im Beruf und ihrer persönlichen Zukunftsgestaltung. Wie kann man dastehen als junger Mensch – ohne festes Fundament und sicheren Halt? Manche heben ab, haben die Bodenhaftung verloren, wie es so schön heißt. Andere schwanken hin und her. Ein viel zu großer Teil liegt sogar am Boden. Ich muss das nicht weiter ausmalen. Wir kennen die Probleme aus den Medien oder vielleicht auch von pöbelnden, randalierenden Jugendlichen im Park. Unter den Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind

21,9 Prozent psychisch auffällig 
9,7Prozent psychisch krank.

Dabei sehen die häufigsten Diagnosen so aus:

  • Angststörung - 10,0 Prozent,
  • Störung des Sozialverhaltens - 7,6 Prozent,
  • Depression - 5,4 Prozent,
  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) - 2,2 Prozent.(Ergebnisse der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland KiGGS, 2006, nach http://www.bptk.de/presse/zahlen-fakten.html)

Können wir die Nöte dieser Jugendlichen verstehen? Denken wir wieder an das Fundament und den Halt. Wenn das fehlt, fehlt jegliche Orientierung. Wie soll sich ein junger Mensch da finden und zum Guten orientieren? Warum suchen gerade junge Menschen Halt in der Gruppe? Sie sind allein haltlos. Sich angenommen, ernst genommen und wertgeschätzt wissen, um seiner Selbst willen, sind Grundvoraussetzungen für die psychische Gesundheit. Wer möchte nicht geliebt und beachtet werden oder Hilfe und Trost erfahren?

Fromme Missverständnisse

Wir kennen schöne Redewendungen, mit denen wir manchmal um uns werfen, und die gründlich missverstanden werden können. „Das Ich muss sterben!“ ist so ein Satz. Stellt euch vor, wir sagen das zu einem haltlosen, suchenden Jugendlichen. Er hat sein „Ich“ noch gar nicht entdeckt. Im Gegenteil, irgendwie fühlt er sich leer, wie tot. Er wüsste so gern, wer er ist und warum er lebt. Sind das schon egoistische Gedanken? Sucht er etwas, von dem wir sagen: Ein Christ darf so nicht denken und suchen? Sind das eventuell Tendenzen in Richtung Selbstbewusstsein und Selbstverwirklichung, vor deren biblischer Definition wir uns manchmal zu fürchten scheinen?

Das Ich sterben zu lassen, bedeutet nicht, sich selbst zu vergessen und aufzugeben.

 001  FOTOLIA  KEs heißt auch nicht, dass man keine Wünsche, Pläne und Ziele mehr haben darf. Nicht auf sich zu achten, seine Bedürfnisse zu verleugnen, keine Lebensfreude zu empfinden oder seinen Pflichten und Aufgaben nicht verantwortungsbewusst nachzukommen, ist nicht gleichbedeutend mit einem gestorbenen Ich!

Es kann in der Tat alles in eine falsche Richtung laufen, wenn wir Gott nicht einbeziehen. Wenn wir uns aber die Mühe machen, diese Selbstfindung von der Bibel her zu betrachten, kommen wir zu wunderbaren Ergebnissen.

In einem Buch von E.G. White lesen wir:

„Das Leben des Christen ist keine Veränderung oder Verbesserung des alten Lebens, sondern eine Umwandlung der Natur. Das Ich und die Sünde sterben, und es beginnt ein völlig neues Leben. Dieser Wechsel kann nur durch das kräftige Wirken des Heiligen Geistes geschehen.“ (Das Leben Jesu, S. 155)

„Das eigene Ich muss sterben. Christus muss in dir leben und in dir eine Quelle sein, die ins ewige Leben quillt.“ (Zeugnisse Band 2, S. 91)

Obwohl diese Aussagen eindeutig sind, wird es manchmal so verstanden, als hätten wir keine Persönlichkeit mehr. Dem ist nicht so. Auch darüber schreibt E.G. White: „Gott wünscht, dass in unserem Lob, das zu ihm emporsteigt, unsere eigene Persönlichkeit mitschwingt.“ (Das Leben Jesu, S. 337)
 
„Die Hingabe des Ichs, die Unterstellung der ganzen Persönlichkeit unter den Willen Gottes erfordert große Anstrengungen; aber der Mensch muss sich vor dem Herrn demütigen, ehe er in Heiligkeit wiedergeboren werden kann.“ (Der Weg zu Christus, S. 30)

" Das gestorbene Ich sollte Platz machen für Gott – nicht um uns menschlichen Ansichten zu unterwerfen: „Niemand darf seine eigene Persönlichkeit in der eines andern Menschen aufgehen lassen.“ (Das Leben Jesu, S. 542) 

„In unserem Dienst müssen wir die Menschen direkt zu Christus bringen. Sie sind Christi Eigentum und ihm allein verantwortlich unterstellt. Jeder Mensch hat eine eigene Persönlichkeit, die kein anderer für sich beanspruchen darf.“ (Evangelisation, S. 307)

Fotolia 38141586 Subscription XL KSchon in der Kindererziehung müssen wir den Grundstein legen, damit sich unsere Kinder später als eigenständige Wesen in ihrer Individualität von Gott geliebt, angenommen und geführt wissen. „Erlaubt den euch anvertrauten Kindern, eine eigene Persönlichkeit zu haben, wie auch ihr eine habt.“ (Wie führe ich mein Kind, S. 129)

Reizwort Selbstbewusstsein

Allgemein wird Selbstbewusstsein als das überhebliche auf sich selbst Vertrauen und Bauen verstanden – vor allem in christlichen Kreisen. Sicher ist es auch oft so. Aber es gibt auch eine andere Seite, die mich fragen lässt: Wie kann Selbstbewusstsein eine in jedem Falle negative Eigenschaft sein, wenn Jesus sogar selbstbewusst war? Von ihm lesen wir in „Die Leiden Christi“: „Der Engel zog sich zurück; Jesus blieb ruhig und selbstbewusst stehen …“ (S. 31) Jesus war sich seiner selbst, seiner engen Verbindung zum Vater, seiner Mission bewusst. Verschiedene Zeugnisse bestätigen das:
„In der Antwort an seine Mutter zeigte Jesus zum ersten Mal, dass ihm seine enge Beziehung zu Gott bewusst war.“ (Das Leben Jesu, S. 65) „Er [Jesus] war sich seiner Göttlichkeit völlig bewusst …“ (ebd. S. 644) „Jesus … ging in die Wüste, … um über seine Aufgabe, seine Mission, nachzudenken und um sich für den Dornenweg, der vor ihm lag, durch Beten und Fasten Kraft und Stärke zu holen.“ (ebd. S. 97)

Wer oder was bin ich?

Zum Begriff Selbstbewusstsein finden wir folgende Definition:

„Zum einen wird darunter das aktive durch innere Denkvorgänge herbeigeführte Erkennen der eigenen Persönlichkeit verstanden (englisch „self-awareness“). Die Frage: „Wer oder was bin ich?“ kann als Ergebnis dieses Denkvorgangs beantwortet werden.“ (Wikipedia) 

Dieser Erkenntnisprozess über unser Verhältnis zu Gott ist zwingend erforderlich, um überhaupt den Weg der Erlösung zu finden. Sich selbst als Sünder und erlösungsbedürftig zu erkennen, ist ebenso notwendig, wie die Erkenntnis ein geliebtes Geschöpf Gottes zu sein. „Jesus will den Hilflosen helfen und diejenigen aufbauen, die sich ihrer Schwachheit voll bewusst sind.“ (Zeugnisse Band 2, S. 101)

Weiter lesen wir die Wikipedia-Definition:

„Zum anderen beschreibt „Selbstbewusstsein“ etwas, was im Englischen „self-confidence" oder „self-assurance“ heißt. „confidence“ heißt „Vertrauen, Zuversicht“; „assurance“ heißt „Gewissheit, Sicherheit, Vertrauen“.

Ein selbstbewusster Mensch verspürt diese vier Dinge in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert entgegengeht.“ Fotolia 58288174 Subscription XXL      KWenn wir all diese wunderbaren Begriffe (Zuversicht, Gewissheit, Sicherheit und Vertrauen) mit Gott in Verbindung bringen, können wir wirklich optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert in die Zukunft gehen. Diese innere Stärke, die selbstbewusst wirkt, ist ein Ruhen in Gott, das einem lebendigen Glauben und festem Vertrauen zu Gott entspringt.

„Glauben und Heilsgewissheit zu besitzen, ist unser Vorrecht. ... Immer mehr schwindet der beharrliche Glaube. Dieser muss in den Herzen der Kinder Gottes neu belebt werden. Wir müssen die Segnungen Gottes beanspruchen. Glaube, lebendiger Glaube, führt uns allezeit zu Gott und seiner Herrlichkeit empor, während uns der Unglaube in Finsternis und Tod versinken lässt.“ (Zeugnisse Band 1, S. 163)

Finde dich selbst, denn du bist schon längst gefunden!

Jedes Kind, das geboren wird, ist ein wunderbarer Gedanke Gottes. Der Bibelvers

„Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend“

wird meist nur als Lebensplanungsaufruf verstanden. Er kann einem suchenden Menschen aber auch sagen:

1. Du hast einen Schöpfer! Ob Menschen dich ablehnen, deine Familie schwierig ist oder du noch keinen rechten Platz im Leben gefunden hast: Gott hat dich gewollt! Du bist weder ein Zufall noch ein „Unfall“! Der Schöpfer des Himmels und der Erde hat dich ins Leben gerufen!

2. Du hast einen Schöpfer, der dich kennt und liebt! Du bist persönlich von Gott erdacht. Deine Individualität ist keine Laune der Natur. Gott kennt dich mit Namen und weiß alles über dich. Sogar die Anzahl deiner Haare ist ihm bekannt. Du bist wertvoll, weil Gott dich als wert erachtet. Du trägst die Handschrift Gottes in dir, auch wenn sie tief verschüttet sein mag. Du kannst sie ans Licht holen!

3. Gott ist traurig, weil du dein Leben bisher geführt hast, ohne nach ihm zu fragen. Deine Lebensweise, die vielen Dinge, die du gegen Gottes Willen getan hast, trennen dich von ihm. Gott ruft dich zur Umkehr in ein neues Leben mit ihm!

4. Dein Schöpfer sieht deine Not, kennt deine Probleme und möchte dir helfen.

5. Gott hat dich nicht für die Vergänglichkeit geschaffen. Er möchte, dass du ewig mit ihm leben kannst! Um dir die Brücke zu ihm zu bauen, gab er seinen einzigen Sohn Jesus Christus an deiner Stelle. Er starb für dich, für deine Schuld, damit du ewig leben darfst – wenn du es möchtest! Nimm das Opfer Jesu an, frage nach Gottes Willen und lebe als Christ! Sei das, wozu Gott dich schuf: Sein Kind! Sich selbst finden, heißt sich als Kind Gottes finden!

6. Die psychischen Nöte vieler Jugendlicher kann Gott wunderbar lösen:

  • „Ich kenne nicht mal meinen Vater!“ – Du hast einen Vater im Himmel! (Matthäus 6,9)
  • „Meine Mutter hat nur den Termin zur Abtreibung verpasst!“ – Gott hat dich gewollt! (Psalm 139)
  • Fotolia 55991059 Subscription XL KIch bin nicht liebenswert!“ – Gott hat dich wunderbar gemacht! (Psalm 139,14)
  • „Ich habe keine Familie!“ – Gott möchte, dass du zu seiner Familie gehörst! (1. Johannes 3,1)
  • „Ich habe keine Freunde!“ – Jesus Christus möchte dein Freund sein! (Johannes 15,14)
  • „Mich liebt keiner!“ – Du bist von Gott geliebt! (1. Johannes 4,10)
  • „Keiner versteht mich!“ – Gott kennt und versteht dich! (Jesaja 43,1)
  • „Keiner hört mir zu!“ - Gott erhört Gebet! (Psalm 50,15)
  • „Keiner braucht mich!“ – Gott braucht dich! (Matthäus 28,19.20.; 1. Petrus 4,10)
  • „Mir hilft keiner!“ – Gott möchte dir helfen! (Psalm 46,2)
  • „Es hat alles keinen Sinn!“ – Gott gibt deinem Leben einen Sinn! (Johannes 3,16)
  • „Ich habe Angst!“ – Gott ist bei dir! (Psalm 23)
  • „Ich habe keine Freude!“ – Gott möchte dir Freude schenken! (Psalm73,28)
  • „Keiner tritt für mich ein!“ – Jesus ist für dich persönlich gestorben! (Psalm 73,23-26)
  • „Ich habe keine Zukunft!“- Gott bietet dir das ewige Leben an! (Johannes 10,27.28.)

Das klingt zunächst wie eine unglaubliche Theorie. Gott kennenlernen braucht Zeit. Erfahrungen machen braucht Zeit. Wer schon ein Kind Gottes ist, darf eine Brücke für Suchende und Verirrte sein. An uns Christen sehen Außenstehende, ob da etwas dran ist am Glauben, ob es sich lohnt, sich auf Gott einzulassen.

„Es gibt viele, die wenig Frieden und Freude haben, obwohl sie den Geboten Gottes zu gehorchen trachten. Diese mangelnde Erfahrung liegt in der ungenügenden Ausübung ihres Glaubens begründet. Sie gehen, als befänden sie sich in einem salzigen Land, in einer verdorrten Einöde. Sie beanspruchen wenig für sich, während sie viel anfordern könnten, denn Gottes Verheißungen sind unbegrenzt. Sie vermitteln kein zuverlässiges Bild von der Heiligung, die durch Gehorsam der Wahrheit gegenüber erlangt wird. Der Herr möchte, dass alle seine Söhne und Töchter glücklich, friedfertig und gehorsam sind. Diese Segnungen erlangt der Gläubige dadurch, dass er sich in der Treue übt. Durch die Glaubenstreue kann jeder charakterliche Mangel ausgeglichen, jede Verunreinigung beseitigt, jeder Fehler behoben und jede Tugend entwickelt werden.“ (Das Wirken der Apostel, S. 561)

Also kein totes Ich?

Der selbstsüchtige Wille, der nicht nach Gott und dem Nächsten fragt, ist das Ich, das aufgegeben werden muss. Das zuvor sündige Ich wird eingebunden in die Liebe Gottes und dadurch völlig neu. Ein Ich im Sinne der individuellen Persönlichkeit des gesamten Menschen ist nicht tot. Im Gegenteil!

Der Mensch kann erst wahrhaft lebendig sein, wenn er durch Christus ein Leben annimmt, das bis in die Ewigkeit reicht.
Wir werden aufgerufen, unser neues Ich zu entdecken, das alles andere als tot ist!

Der neue Mensch in Christus ist lebendig und aktiv in einem Leben, das von der Liebe zu Gott und den Mitmenschen geprägt ist.

Wir sind aufgerufen, dass wir uns Gott hingeben, nicht aber als Tote, sondern Lebendige. (Römer 12,1) Ein Leben, das Gott gefällt, nach seinem Willen fragt und handelt, strahlt eine Lebensfreude aus, die weit über eine augenblickliche Freude hinausgeht. Während empfundene Freude in einem gottlosen Leben, stets um ihre Vergänglichkeit weiß und nur schnell genießen will, weil der Tod nur zu eilend ein ewiges Stoppschild setzt, ist die Freude eines Christen grenzenlos. Darum sagt der Bibelvers:

„Auch ihr ward tot durch eure Übertretungen und Sünden“(Epheser 2,1). Doch nun sind wir „mit Christus lebendig gemacht!“ (Vers 5).

Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ lässt uns wissen, dass wir uns selbst annehmen dürfen. Was wir anderen Gutes tun wollen, dürfen wir auch uns selbst tun. Es ist kein Egoismus, für sich zu sorgen, auf sich zu achten und sich um seine Bedürfnisse zu kümmern. Warum sollte uns eine gesunde Lebensweise wichtig sein, wenn unsere Person unwichtig ist? Wenn Gott in uns wohnen möchte, dann möchte er nicht auf einem Friedhof einziehen. Gott liebt lebendige Menschen! Ansonsten wäre es ihm gleichgültig, wenn wir sterben und auf ewig tot sind. Jesus sagt:

„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ (Johannes 14,19)

„Nur wenn wir Gott über alles lieben, vermögen wir auch unseren Nächsten rückhaltlos zu lieben.“ schreibt E.G. White in „Das Leben Jesu“, S. 600. Ich möchte es zusätzlich so formulieren: Nur wenn wir Gott über alles lieben, können wir auch uns selbst im rechten Sinne lieben. Wenn wir uns nicht annehmen können, uns wertlos fühlen, vielleicht als misslungenes Zufallsprodukt der Natur betrachten, dann beleidigen wir Gott, der uns schuf!
„Der Schöpfer aller Welten liebt diejenigen, die sich seinem Dienst weihen, so wie er seinen Sohn liebt. … Er wünscht, dass wir als Wesen seiner Gnade uns alles dessen erfreuen, was unseren Charakter veredeln, erweitern und erheben wird. Er wartet darauf, dass er die Jugend mit Kraft von oben erfüllen kann, damit sie unter dem blutbefleckten Banner Christi stehen mögen, zu wirken, wie er wirkte, Seelen auf rechte Pfade zu leiten und die Füße vieler auf den ewigen Felsen zu stellen.“ (Fußspuren, S. 411)

„Helft der Jugend, den Sinn des Lebens zu verstehen, nämlich Gott zu ehren und segensreich für ihre Mitmenschen zu sein. Zeigt ihnen die besorgte Liebe des himmlischen Vaters und die hohe Bestimmung, auf die sie in der Lebensschule vorbereitet werden sollen. Macht ihnen deutlich, dass sie zur Gotteskindschaft berufen sind und dass das eine Auszeichnung ist.“ (Patriarchen und Propheten, S. 582)

Wer bist du? Du bist ein Kind Gottes!

Fotolia 48024968 Subscription XL      KArno Backhaus bringt es in einem Lied zum Ausdruck, in dem er zunächst alles beschreibt, was er nicht ist. Das sind angesehene Karriereziele in der Welt. Doch dann singt er froh: „Aber ich bin ein Diener des Schöpfers dieser Welt!“
Seid euch der Freude bewusst, dass Gott euch liebt und einen wunderbaren Plan für euer Leben hat, der bis in die Ewigkeit reicht!
Gerade war ein Vertreter eines christlichen Verlages bei uns. Er schenkte uns ein Teelicht mit der Aufschrift „Lass keinen Tag ohne Freude vergehen!“ Das wünsche ich euch allen!

Ines Müller

(veröffentlicht SW 86 Nr. 6)

Gelesen 1293 mal Letzte Änderung Sonntag, 16 März 2014 14:15

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