Montag, 04 November 2013 00:00

Gottes Behandlung unserer Herzen

Fotolia 55991059 Subscription XL KWenn wir Gottes Kinder sind, werden wir vom Herrn einer Reinigung des Herzens unterzogen.
Wir alle kennen diese Stelle aus Maleachi 3,2-5, die von dieser Reinigung des Herzens spricht, und zwar derer, die dem Herrn angehören. Wir erfahren von der Art und Weise, wie der Herr diese Reinigung vollzieht:

 

“Wer wird den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Der ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge den Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Opfer in Gerechtigkeit bringen, und es wird dem Herrn wohl gefallen das Opfer Judas und Jerusalems wie vormals und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer, Ehebrecher, Meineidigen und gegen die, die Gewalt und Unrecht tun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen und die den Fremdling drücken und mich nicht fürchten, spricht der Herr.“

Der himmlische Vater vollzieht die Reinigung wie ein Schmelzer und wie ein Wäscher. Diese Reinigung ist eine Grund-, Oberflächen- und Tiefenreinigung und ist eigentlich ein Prozess, der unser ganzes langes Christenleben dauert, was die Tiefen- und Feinreinigung des Herzens betrifft. Auf die Grundreinigung unseres Herzen, die es dem Herrn ermöglicht in uns zu wohnen, geht der Herr Jesus in Matthäus 12,43-45 ein:

„Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er öde Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann sagt er: Ich will wieder in mein Haus zurückkehren, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er zurückkommt, so findet er es unbenutzt, gekehrt und aufgeräumt. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er selbst, und wenn sie hinein kommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesem Menschen schlimmer als es vorher war. So wird es auch mit diesem bösen Geschlecht ergehen.“

Fotolia 60252349 Subscription XXL KDiese erfolgt während und gleich nach der Bekehrung zum Herrn. Der Herr spricht hier von einem wichtigen Prinzip. Es ist das Prinzip der Wiederholungssünden, die in der Tat noch andere Geister nach sich ziehen und es zeigt uns auch, dass unser Herz zunächst einmal grundgereinigt werden muss, bevor der Herr Raum in uns nehmen kann. Das Prinzip spricht auch davon, dass wir in diese sündige Welt hineingeboren sind - in Sünden geboren, wie es David formuliert (vgl. Psalm 51,7). Dieses Gleichnis meint die Notwendigkeit einer totalen Kehrtwende. Einem Bruch mit dem Bösen.

Gläubige, die sich durch Wiederholungssünden Geister aufgeladen haben wissen um die Dringlichkeit des konsequenten Bruches mit alten Gewohnheiten, um dem Feind die Tür zu versperren in der Kraft unseres mächtigen Herrn Jesus. Dieses Thema ist ein in sich umfangreiches Thema, auf welches in diesem Rahmen nicht eingegangen werden kann.

Festhalten müssen wir, dass wir Menschen böse sind; in uns wohnt nichts Gutes (1. Mose 8,21).

Unser Trachten ist böse von Jugend auf. „Von Natur aus folgen wir unseren bösen Trieben und Gedanken und sind dem Zorn Gottes verfallen“. (Eph.2.3)

Doch der Herr möchte uns zum „vollkommenen Menschen werden lassen, die das Maß der Fülle Christi erreichen.“ (Eph.4,13)
Wie würden wir uns fühlen, wenn uns jemand im Brustton der Überzeugung sagen würde. „Du weißt, dass Du ein böses Herz hast?“- Dann wäre der beste Indikator dafür, dass wir uns mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben, die unerschrockene Antwort: „ Ja, Du hast recht. Der Herr hat mir auch gezeigt, welche Eigenschaften das in mir sind. Er arbeitet daran.“

Das führt uns zu der nächsten Frage:

Wie arbeitet Gott eigentlich an unserem Herzen?

Paulus spricht von verschiedenen Gefäßen, die wir im Reich Gottes vorfinden. Es sind goldene, silberne, hölzerne, irdene Gefäße. (vgl. 2.Timo 2, 20)
In Sprüche 25,4 finden wir das Geheimnis dieser Behandlung Gottes an unserem Herzen:

“Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Schmied das Gefäß;…“

Hier stellt sich die Frage: Wie entfernt der Herr die Schlacken eines Herzens?

Zunächst einmal beobachten wir, dass der Herr uns zeigen muss, welche Schlacken in unserem Herzen vorhanden sind. Die Regel ist, dass der Herr unsere Schlacken kennt, wir jedoch nicht. Also muss Er sie uns zeigen, um uns davon überzeugen zu können, dass sie überhaupt vorhanden sind. Und vor allem, um welche Schlacken es sich handelt. Wir kennen den beschämten Ausruf der Brautseele aus dem Hohen Lied und obwohl diese bekennt:“ „Seht mich nicht an, dass ich so braun bin; denn die Sonne hat mich verbrannt“(HL1,6), kann sie dennoch von sich sagen: „Ich bin braun aber gar lieblich.“ (HL.1,5). Sie kann dies aus der Erfahrung mit dem Herrn sagen, weil sie erfahren hat, dass der Herr ihr die schwarzen Tiefen ihres Herzen offenbart hat und gleichzeitig die Vergebung über diese Tiefen erleben durfte. Die Brautseele musste als erstes erfahren, dass sie eine Sünderin ist.
Das bedeutet, dass sie über sich selbst viel gelernt hat, dass sie nun wusste, welche Punkte, welche Schwachstellen, Sünden und Neigungen der Herr bearbeiten würde in ihrem Herzen, also die Schlacken ihres Herzens. In Markus 7,20-23 hören wir von den Schlacken, die der Herr Jesus aufzählt:

“ …aus dem Herzen, von innen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Schlechtigkeit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Gotteslästerung, Hochmut, Unvernunft.“

Jeder Mensch hat grundsätzlich alle diese Anlagen in sich. Doch der Herr zeigt einem jeden Menschen die speziellen Akzente die er in sich hat. Um es an einem Beispiel zu sagen. Jemand der zur Kleptomanie neigt, mag sicherlich auch einen Lügengeist haben, aber nicht unbedingt einen Hang zur sexuellen Ausschweifung. Jeder Charakter hat bestimmte Neigungen, die sich stets in einem wiederkehrenden Verhaltensmuster zeigen, und diese Muster möchte der Herr verändern, indem Er an unserem Herzen arbeitet. Auch Paulus wusste von diesem Prozess, der Behandlung Gottes an unserem Herzen, denn er schrieb:

“Wir sehen jetzt nur undeutlich wie in einem trüben Spiegel; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ (1.Kor.13,12)

Fotolia 54077503 Subscription XL KEin wunderbares Wort für die Beschreibung dieses Vorganges. Wir erkennen, wie Gott uns sieht. In der Klarheit unserer Sünde und natürlich mit den Augen der Vergebung durch das Blut Jesu. Zunächst einmal wird der Herr uns jedoch zeigen, wie es mit unseren Herzenshaltungen und Charaktersünden aussieht. Paulus hatte diesen Vorgang in seiner gänzlichen Tiefe erfahren, denn er spürte nicht nur, dass der Herr an seinem Herzen und Charakter Schleifarbeiten vornimmt, sondern dass Er alles irdisch Gesinnte in ihm und natürlich auch in uns sterben lässt. Wir alle kennen den berühmten Ausruf: “ Ich sterbe täglich.“(1.Kor.15,31). Alles was den Herrn nicht ehrt, eben weil es irdisch gesinnt ist, wird in uns sterben müssen. Und wie gut, dass der Herr daran arbeitet, denn Er hat eigene Wege seine Kinder von dieser Welt zu lösen.
So sterben in uns sogar Vorstellungen und Ideen, in welcher Art und Weise w i r das Reich Gottes bauen wollen, Haltungen und Einstellungen, Profilierungssucht und Manipulationsversuche, ja selbst irdisch gesinnte Gefühle werden vom Herrn verwandelt werden. Dass selbst die Gefühle vom Herrn verändert werden können, sehen wir in der Person Paulus. Als veränderter Mensch betrübt ihn, was denn Herrn betrübt, und erfreut ihn, was den Herrn erfreut.

Wer einmal die Schlechtigkeit seines eigenen Herzens vom Herrn gezeigt bekommen hat, wird eine andere Qualität im Glaubensleben leben. Dies wird Petrus erfahren haben, denn er rief aus: “Herr, geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch.“ (Luk.5,8) Nach dieser Erfahrung, nach diesem Erkennen der eigenen Person wird sich ein Gläubiger nach dem Reich Gottes ausrichten, wie Jesus es bereits seinen Jüngern empfahl.

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit und alles andere wird euch zufallen.“ (Matth.6,33)

Denn er hat erkannt, wie sehr er Jesus in seinem Leben braucht (Joh.15,5), und wie unnütz er selbst ist. So bestätigt die Bibel in Hesekiel 20,43 “Dort werdet ihr gedenken an eure Wege und an all eure Taten, mit denen ihr euch unrein gemacht habt, und werdet vor euch selbst Abscheu haben, wegen all der bösen Taten, die ihr getan habt.
Das heißt im Klartext. Gott lässt uns nicht im Unklaren über die Motive, unserer Lebensentscheidungen und deren Auswirkungen. Wir erfahren also warum wir welche Entscheidung wann getroffen haben, und welche Auswirkungen diese in unserem Leben hatte.

Seelsorger haben nicht selten mit dieser Thematik zu tun. Wie oft sitzen Menschen weinend vor dem Trümmerhaufen ihres Lebens und bedauern zutiefst, dass sie dieses und jenes gemacht haben, um dann zu erkennen, dass ihre Taten unlauteren Motiven entsprangen. Am schlimmsten ist es schlussendlich, wenn andere Personen in diese Dynamik mit verwickelt wurden und die Leidtragenden sind, und wenn diese Entscheidungen Konsequenzen für ein ganzes Leben hatten.

Ein ähnliches Szenario können wir uns vorstellen am Tag des Gerichtes, wenn die Bücher aufgetan werden, und Gott den Menschen ihre Beweggründe für ihre Lebensentscheidungen zeigen wird, das heißt, er wird sie überführen von ihren eigenen Motiven. „Kommt, lasst uns miteinander Rechten.“(Jes.1,18) So fordert der Richter und Schöpfer die Menschen auf, und wird die Unerlösten von ihren Sünden überführen in jeder kleinsten Herzensregung.

Fotolia 54081539 Subscription XXL KDas Beste für diesen Prozess der Herzensreinigung ist, Gott um Hilfe zu bitten und Ihm gleichzeitig die Erlaubnis zu geben, schnell an unserem Herzen zu arbeiten. Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass unser Wachstumsprozess schneller vorangehen kann, weil wir Gott die Erlaubnis erteilen. Der Herr muss nicht ständig gegen unsere Widerstände gegen seine Methoden und Lektionen ankämpfen, die Er zum Zwecke des Wachstums anwendet.
Der Herr überwindet unsere menschliche Natur, die gegen Ihn ankämpft, das ist die gute Nachricht. Wenn wir mit Gott kämpfen, dann dauert es länger- unsere Akzeptanz ist sozusagen niedriger angesetzt für den aktiven Umwandlungsprozess. Wenn wir uns Ihm allerdings öffnen und Ihm vertrauen geht es mit unserem Wachstum schneller voran. Wenn wir Ihm die ausgesprochene Erlaubnis zur Bearbeitung unseres Herzens geben. Wir halten in einer Situation geduldiger aus, wir kämpfen nicht mit Gott. Es ist hilfreich, sich folgenden Fragen zu stellen:

  • Welche Entscheidungen habe ich in meinen Leben gefällt?
  • Welche Motive haben mich dazu bewegt?
  • Welche Auswirkungen hatten sie auf mein Leben und das Leben meiner Nächsten?

Unser Gericht, so wissen wir, beginnt bereits auf Erden mit der Busse über unsere Sünden. Das ist unsere Seelenarbeit, dass wir den Herrn unser Herz durchforschen lassen, auf dass der Herr erkenne, wie wir es meinen (Psalm 139, 23).

Als Gotteskinder haben wir einen großen Vorsprung zu anderen Menschen. Wir dürfen dem Herrn unser Herz ganz öffnen. Er ist unser bester Seelsorger und wird unser Leben bereinigen. Der Herr arbeitet an den Schlacken eines Gotteskindes, die Qualitäten aber wird Er für Sein Reich gebrauchen.
Eine völlige Tiefenreinigung ist die, dass wir alle Winkel unseres Herzens beleuchtet bekommen, so wie wir in einem Haus auch die Ecken hinter den Schränken und hinter den Sofas reinigen würden. Wie der Herr an uns Menschen arbeitet zeigt uns das Alte Testament, welches uns zum Vorbild, zur Erziehung geschrieben ist. (2.Timotheus 3,16) Und so haben wir auch ein wenig Einblick in die Vorgehensweise Gottes.

Wer Begleitung in der Seelsorge wünscht, kann sich gern an uns unter der Telefonnummer 030/434 90 214 wenden.

 

 

Gelesen 1434 mal Letzte Änderung Sonntag, 16 März 2014 16:04

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