Montag, 04 November 2013 00:00

Verletzte Gefühle

Fotolia 40526083 Subscription XL    KWenn wir an Verletzungen denken, stellen wir uns meist blutende Wunden, Knochenbrüche und ähnliches vor. Aber wir können auch sehr große Verletzungen erleiden, die äußerlich unsichtbar sein können und die trotzdem weh tun, uns lange beeinträchtigen und sogar unser Verhalten nachhaltig beeinflussen können: verletzte Gefühle.

 

Meist verrät unsere Körpersprache, wie es um unsere Gefühlslage steht. Bereits vor 2000 Jahren schrieb der römische Schriftsteller Cicero: „Das Gesicht ist der Spiegel der Seele.“ Aber auch die zugeknallte Tür offenbart den Zorn oder eine tagelange Appetit- und Lustlosigkeit kann Trauer ausdrücken.

Das Thema Gefühle ist ein weites Feld. Mediziner, Psychologen, Seelsorger, Philosophen und viele mehr rangen teils schon vor Jahrtausenden und ringen immer noch um das Erfassen und Verstehen unserer Gefühlswelt. Gefühle sind ein wesentlicher Bestandteil jeder menschlichen Existenz, z. B. Freude, Angst, Liebe oder Hass. Da wir alle Gefühle haben und sicher mit unseren eigenen und den Gefühlen anderer schon vielfältige Erfahrungen gemacht haben, sind wir zugleich Fachleute und Schüler.

Ich möchte zwei Arten von Gefühlsverletzungen unterscheiden:

  1. Tiefgreifende Verletzungen, meist aus der frühen Kindheit bis zum Jugendalter, die die gesamte Charakterentwicklung beeinflussten und das Leben nachhaltig prägten
  2. „Schürfwunden“ an auf unserer Unzulänglichkeit unserer Seele im stetigen Kontakt mit Menschen, kleinere Reibereien basierend

Wenn wir zurückschauen wundern wir uns manchmal über unser Verhalten und unsere Gefühle. Nicht selten schmerzt so ein Zurückschauen. Es kann uns auch traurig machen, weil wir uns die Vergangenheit anders gewünscht hätten. Solche emotionalen Narben tragen viele Menschen. Fotolia 42333294 Subscription XL KDie Ursachen können sehr dramatisch sein wie erlebte Gewalt oder Missbrauch, aber auch der Tod von Angehörigen, Scheidung, Zerbruch von Freundschaften, Ablehnungen und Enttäuschungen. Oft ruhen diese Verletzungen tief in der Seele verborgen, können aber bei bestimmten Assoziationen (z.B. ein bestimmter Geruch, ein Geräusch oder die Erwähnung eines Namens) sofort aufbrechen und bringen eine starke Gefühlsreaktion hervor.

Es ist wichtig, sich den Gefühlen der Vergangenheit zu stellen und sie aufzuarbeiten. Nur was wir wissen, erkennen und aufdecken, können wir Christus bringen. Oft wird es sinnvoll sein, seelsorgerliche Begleitung zu suchen, mitunter auch fachliche Kompetenz zu gravierenden Sachverhalten. Die verbreitete Meinung „Lass das Alte ruhen!“ ist wenig hilfreich, wenn ständig schmerzende Wunden vorliegen.

Betroffene fragen sich:

„Warum ist das mir passiert?

Was hat das mit mir gemacht?

Was soll ich tun?

Was hat das alles mit Gott zu tun?“

Diese und viele andere Fragen aufzuarbeiten und das Leben neu zu gestalten, bedarf einer erfahrenen Seelsorge und vor allem göttlicher Hilfe. An dieser Stelle geht es hauptsächlich um die (leider!) alltäglichen kleineren Reibereien, das Enttäuschtsein von Freunden und den entrüsteten Blick auf den Menschen neben mir.

„Schürfwunden“ im Miteinander

Wenn wir ein verletzendes Erlebnis überdenken, können wir zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vielleicht stellen wir fest, dass wir alles richtig gemacht haben. Vielleicht würden wir heute aber auch manches anders entscheiden und uns anders verhalten. Unser Verhalten ist eng mit unseren Gefühlen verbunden. Sind wir ärgerlich, wütend und verletzt, können wir sehr heftig reagieren. Das sind dann so Begebenheiten, die uns hinterher leid tun, wenn wir uns beruhigt haben. In der psychologischen Begriffserklärung liest sich dieser Sachverhalt so: „Affekt ist eine starke Gemütsbewegung, d.h. ein Gefühlszustand von besonderer Intensität. Er ist gekennzeichnet durch stärkere emotionale Erregung in Bezug auf Personen oder Sachverhalte. Affekte wirken sich im Allgemeinen negativ auf rationale Einsicht und Kritikvermögen aus“.¹

Fotolia 49616740 Subscription XXL KEs ist ganz wichtig, dass wir uns nicht von unseren momentanen Gefühlen beherrschen lassen. Man sagt: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren.“ Wenn wir aufgewühlt und erregt sind, treffen wir nicht immer gute Entscheidungen. Wie wir uns verhalten wollen, ist eine Frage der persönlichen Entscheidung. Viele Menschen sagen: „Ich kann nichts für meine Gefühle.“ Das mag sein. Aber wir dürfen darum beten, dass unsere Gefühle nicht unseren Verstand ausschalten. Während schon ein unüberlegtes, übereiltes Wort erheblichen Schaden an einer Beziehung zwischen Menschen anrichten kann, so möchte ich den Blick auch auf drastische Folgen von Affekthandlungen richten: Misshandlungen und Gewaltverbrechen jeder Art bis hin zur Todesfolge.

Vor Gericht werden Straftaten, die im Affekt ausgeführt wurden, in der Regel strafmildernd behandelt (siehe §§ 20 und 21 StGB), dennoch bleiben die meist nicht zu korrigierenden Folgen bestehen. Es gibt keine offizielle Statistik über die Zahlen affektbedingter Straftaten. Wir können uns vorstellen, dass dies auch sehr schwer zu belegen sein dürfte. Jesus allein kann in die Herzen der Menschen schauen und kennt die Hintergründe des Verhaltens.

Sind wir unseren Gefühlen hilflos ausgeliefert?

Dr. Rolf Merkle schreibt im Internet über verletzte Gefühle:

„Wenn du anderen oder den Umständen die Macht gibst, über dein seelisches Befinden entscheiden zu können, dann machst du dich zum Opfer anderer und der Umstände. Wenn du akzeptierst, dass du dir deine Gefühle selbst machst, übernimmst du die Kontrolle über deine Gefühle, niemand kann mehr deine Gefühle verletzen und du bist frei. Du besitzt die Freiheit, dich so zu fühlen, wie du möchtest. Nutze diese Freiheit und mach davon Gebrauch. Niemand kann deine Gefühle verletzen, wenn du es nicht zulässt.“²

Sind das moderne Thesen eines Psychotherapeuten oder hat so etwas ähnliches schon längst jemand vor ihm verfasst? Wir wollen die obigen Aussagen an den prophetischen Schriften von E.G. White überprüfen.

1. Ich entscheide, ob Menschen oder Umstände meine Gefühle beherrschen.

„Es ist die Pflicht eines jeden, Fröhlichkeit zu pflegen, statt über Sorgen und Lasten zu grübeln. Viele machen sich auf diese Weise nicht nur unglücklich, sondern sie opfern Gesundheit und Glück krankhaften Vorstellungen. Es gibt in ihrer Umgebung unangenehme Dinge, und ihr Gesicht zeigt ein ständiges Stirnrunzeln, das ihre Unzufriedenheit deutlicher ausdrückt als Worte. … Während Gram und Sorge nicht in der Lage sind ein einziges Übel zu heilen, können sie großen Schaden verursachen. Aber Frohsinn und Hoffnung "sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leibe" (Sprüche 4,22), während sie den Pfad anderer erhellen. The Signs of the Times, 12. Februar 1885.“ (Das adventistische Heim, engl.S. 430)

„Viele halten starke Leidenschaften irrtümlich für Zeichen eines großen Charakters. In Wahrheit ist der unbeherrschte Mensch ein Schwächling. Wahre Größe lässt sich an der Stärke der Gefühle messen, die er beherrscht, nicht an der Stärke der Gefühle, die ihn beherrschen.“ (Patriarchen und Propheten, S. 550)

„Dem Gefühlsüberschwang sollte ein Christ weder allzu großen Wert beimessen noch zu sehr von ihm abhängig sein. Diese Gefühle sind nicht immer die rechten Führer. Jeder Christ befleißige sich deshalb, Gott aus Grundsatz zu dienen, und lasse sich nicht von Gefühlen beherrschen.“ (Zeugnisse Band 1, S. 180)

2. Niemand kann meine Gefühle verletzen, wenn ich es nicht zulasse – Jesus möchte mir helfen.

„Ihr müsst euren Willen auf die Seite Christi stellen. Sobald ihr euren Willen ihm gänzlich übergebt, nimmt er von euch Besitz und wirkt in euch das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Eure Natur wird unter die Macht des heiligen Geistes gebracht. Sogar eure Gedanken sind ihm unterworfen. Wenn ihr auch nicht eure Gefühle und Empfindungen so völlig, wie ihr wohl gerne möchtet, beherrschen könnt, ist es euch doch möglich, den Willen zu beherrschen und auf diese Weise wird eine gänzliche Veränderung in eurem Leben stattfinden.“ (Christliche Mäßigkeit, S. 189)

3. Sich von negativen Gefühlen zu befreien ist ein Zeichen des harmonischen Christseins

Wer sich jedoch bei jeder vermeintlichen Kränkung bewogen fühlt, dem Ärger oder Groll Raum zu geben, öffnet Satan sein Herz. Bitterkeit und Feindschaft müssen aus der Seele verbannt werden, wenn wir in Harmonie mit dem Himmel leben wollen.“ (Das Leben Jesu, S. 299)

Welche Therapie kann meine verletzten Gefühle heilen?

Die Kurzformel lautet: Klebe dem Verletzenden ein Pflaster drauf – und der Verletzte heilt! Dieses medizinisch absurd klingende Rezept heißt ausführlicher: Klebe dem Verletzenden das Pflaster der Vergebung drauf und deine Gefühlswunde heilt, weil du nicht mehr ärgerlich, enttäuscht oder traurig sein musst!

Fotolia 57112177 Subscription XL KDer Aufruf zur Vergebung gilt für alle Menschen. Verletzte Gefühle zu heilen, ist selten ein Augenblicksprozess. Wer in seiner Charaktervervollkommnung schon so weit entwickelt ist, dass er freudig und sofort allen alles vergibt, ohne den Hauch einer seelischen Verletzung zu spüren, hat hier das Ziel erreicht, auf das die meisten Menschen sicher erst noch zusteuern müssen. Oft braucht es Zeit, vielleicht auch etwas Abstand. Aber wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass wir in Unkenntnis darüber leben, wie lange wir noch Zeit haben, mit jemandem ins Reine zu kommen. Wenn wir Jesus um Vergebung bitten, in welcher Zeitspanne erhoffen wir uns dann die Gewährung der Gnade Gottes?

„In dem Augenblick, in dem ein Sünder Christus im Glauben annimmt, in diesem Augenblick wird ihm vergeben.“ (Bibelkommentar, S. 371)

Wie lange also möchtest du warten, ehe du vergibst?

Oft wird Vergebung und Versöhnung miteinander verwechselt. Vergebung kann man ganz allein vollziehen: Ich vergebe jemandem, völlig egal, wie er darüber denkt oder sich weiterhin mir gegenüber verhält. Das ist allein eine Sache zwischen meinem Willen und meiner Einstellung zum Anderen. Gern grübeln wir: „Wie konnte der Andere nur …!“ Statt dessen überlege, wie es vielleicht dem Anderen an diesem Tag ging, welch schwere Arbeit er verrichtet und dass er auch mal überlastet sein könnte, ihm alles zu viel wird, er irgendwo ein Problem hatte usw.
Verletzt fühlen wir uns meist von Menschen, von denen wir das nicht erwartet hatten – also in der Familie, im Freundeskreis oder der Gemeinde. Daher darfst du fest glauben, dass sie oder er dich nicht verletzen wollte! Vergebung und Verständnis ist der erste Schritt in Richtung Versöhnung. Versöhnung bedeutet, dass beide sich gegenseitig vergeben haben und alles wieder gut ist. Nicht immer geht das schnell. Aber es sollte das große Ziel zwischen uns allen sein, dass wir einander vergeben und eine Versöhnung anstreben! Ich liebe einen Vers aus den Apokryphen,

Sirach 22,26: „Selbst wenn du ein Schwert gezückt hast gegen deinen Freund, so gib die Hoffnung nicht auf; denn ihr könnt wieder Freunde werden.“

Das ist der Friede, den Gott uns schenken möchte! Frieden haben bedeutet, dass aller Streit beendet ist. Hast du schon selbst erlebt, wie schwer verletzt du dich fühlen kannst? Vielleicht hast du erlebt, dass es dir nicht gut ging, du sogar krank wurdest. Das Leben verändert sich durch so einen Streit. Du bist verletzt, weil jemand sich dir gegenüber nicht richtig verhalten hat.
Fotolia 1970970 Subscription XL      KNun stellen wir uns das mal so vor: Jeden Tag ist Gott verletzt, weil wir uns nicht richtig verhalten. Wir vergessen ihn, hören nicht auf ihn, machen was wir wollen und stolpern von einer Sünde in die nächste. Wie wird es Gott dabei ergehen? Wenn Gott so „sauer“ reagieren würde wie wir Menschen, wären wir alle auf der Stelle tot! Stattdessen erwarten wir Menschen, dass Gott uns immer wieder in seine Arme nimmt und um einen Neuanfang mit uns bittet. Wir tun so, als wäre es Gottes selbstverständliche Aufgabe, die Vergebung in Person zu sein.

Ja, Gott ist die Vergebung – in der Person Jesu Christi. Wir dürfen diese Vergebung annehmen – ein unermessliches Geschenk!

Und dann? Dann gehen wir los und sind ärgerlich auf unseren Nächsten! Wir meinen, die Vergebung Gottes „in der Tasche zu haben“ und verteilen großzügig mit unseren Zungen und Händen all die Feindseligkeiten und den Geist der Unversöhnlichkeit!


In dem Moment, in dem ich Anderen nicht vergebe, reißt ein Loch in meine „Tasche“ und die Vergebung Gottes geht mir verloren!

„Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Matthäus 6,15)

Diese Tatsache ist wie eine mathematische Gleichung. Gott vergibt uns, wenn wir ebenfalls vergebungsbereit sind: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.“ (Matthäus 6,14) Vergebung bringt Vergebung hervor. Fehlende Vergebung bedeutet Unfrieden im Herzen. Dann bleibt eine Wunde in unserem Herzen, verletzte Gefühle können nicht wirklich heilen und unser Verhältnis zu Gott ist gestört.

Ich habe im Internet eine schöne Zusammenfassung gefunden:

„Denen Vergeben, die sie emotional verletzt haben."

  • Namen und Art der Verletzung aufschreiben (oft stehen an erster Stelle vier nahe Verwandte wie Vater oder Mutter, ...)
  • sich dem Schmerz stellen,
  • ihn auf Jesus legen
  • nicht zurückschlagen, die Last der Sünde anderer tragen
  • sich bewusst entscheiden zu vergeben, auch wenn Menschen schon tot sind
  • Liste im Gebet vor Gott legen, Verbitterung loslassen
  • Liste vernichten
  • beten sie dafür, dass die Personen, denen sie vergeben haben auch Freiheit erfahren
  • die meisten sind auch nur Opfer, so sollte man versuchen sie zu verstehen
  • für Reife danken, die durch diesen Prozess erlangt wurde
  • wenn man mitschuldig wurde, ist es ggf. notwendig anderen eigenes Versagen zu gestehen, auch wenn persönliche Differenzen bestehen“³

Der erste Schritt ist längst getan!

Der Grund, warum vielen Vergebung so schwer fällt, ist der, dass man sich für unschuldig hält und meint, der Andere müsse sich zuerst entschuldigen. Ja, es gibt traurige Situationen an denen wir keine Schuld haben. Aber ist das ein Grund nicht zu vergeben? Wenn wir gegenüber Gott ungehorsam sind, hat dann Gott schuld daran? Gott ist doch der unschuldige Teil – und er vergibt uns dennoch!
Vergebung geschieht dort, wo ein Unschuldiger dem Schuldigen die Hand reicht, das Herz öffnet, eine Brücke baut und alles tut, damit das Verhältnis wieder in Ordnung gebracht wird. Fotolia 37936605 Subscription XL     KJesus starb für uns, als wir noch Sünder waren, als wir überhaupt nicht einsahen, dass wir schuldig sind (siehe Römer 5,8). Es ist offenbar nötig, dass jemand den ersten Schritt macht. Jesus tat diesen ersten Schritt! Wollen wir da weiter auf dem Standpunkt stehen, dass der Andere uns den ersten Schritt entgegen gehen müsse? Wie sehr fühlen wir uns darauf angewiesen? Wie sehr warten wir auf das Entgegenkommen von Menschen? Ist das überhaupt nötig für uns? Ein viel Größerer als jeder Mensch, der Schöpfer des Himmels und der Erden kam uns entgegen. ER machte den ersten Schritt, durch den uns vollständig vergeben wurde.
Vollständige Vergebung sollte in uns ein vollständig frohes, dankbares Gefühl erzeugen und unseren Verstand ansprechen: Was brauche ich mehr, als die Vergebung durch meinen Schöpfer? Wenn ich nicht mehr brauche, habe ich alles! Dann muss ich nicht mehr warten, dass der Andere den ersten Schritt tut. Dann brauche ich nicht auf Rache sinnen oder eifersüchtig aufpassen, dass ich nicht zu viel von meiner großzügigen Vergebungsbereitschaft vergeude. Nein, ich darf und kann vergeben – nicht, weil ich so einen großartigen Charakter habe, sondern weil mir schon längst und zuerst von Gott vergeben wurde!

Vergeben heißt mit niemandem im Streit zu liegen – zumindest so weit es meinen Einfluss und mein Verhalten betrifft. Mit allen Menschen Frieden haben, ist doch ein wunderbarer Gedanke.

„…habt mit allen Menschen Frieden“ steht in der Bibel (Römer 12,18b)

Dieser Aufruf ergeht an uns unabhängig davon, wie mein Gegenüber sich verhält. Ich bin angesprochen: „Ist´s möglich, soviel an euch liegt …“ (Römer 12,18a).

Lass dich vom Frieden Gottes beschenken, indem du selbst Frieden schenkst! Lass dir durch Jesus Christus vergeben und vergib du deinem Nächsten! Du wirst erleben: Vergebung schenkt Freude, Frieden und Freiheit! Du bist dann nicht mehr gefangen – in Trauer, Verletzung, Ärger und Zorn.

Du kannst selbst viel für deine Befreiung tun, indem du die Befreiung durch Christus annimmst!

„Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8,36)

– frei von der Sünde der mangelnden Vergebungsbereitschaft. Unser Verständnis vom Glauben und unsere gesamte Evangeliumsverkündigung werden unglaubwürdig, wenn wir einander nicht vergeben wollen. Vergebung ist ein Zeichen von Liebe. Fotolia 31371221 Subscription XXL KLiebe aber ist ein Kennzeichen der Jünger Jesu! Jesus sagt: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,34.35.)

Ob du dich schuldig fühlst oder nicht, ob du in einem konkreten Fall mit Schuld hast oder nicht – das ist alles egal. Wenn nicht in dieser Situation, so könntest du in einer anderen schuldig sein. Wir werden alle immer wieder schuldig aneinander, manchmal absichtlich, aus Vergesslichkeit, Dummheit, aus Versehen, Überlastung oder wie auch immer. Wie oft hat sich schon jemand über mich geärgert? Ich weiß es nicht. Sicher oft genug. Ich bin dankbar für diese Menschen, die mich mögen, weil sie bereit sind, mir zu vergeben!

„Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Epheser 4,32) 

Amen

Ines Müller

(veröffentlicht im SW 87 Nr. 3)

Quellen
¹ Schröder, Grundwortschatz Erziehungswissenschaften, 1985, S. 10
² http://www.psychotipps.com/verletzte-gefuehle.html
³ http://home.arcor.de/heike.stetter/Ausarbeitungen/verletzte.Emotion.html

Wer Begleitung in der Seelsorge wünscht, kann sich an Frau Gabriele Röglin, unter der Telefonnummer 030/434 90 214 wenden.

 

 

Gelesen 2445 mal Letzte Änderung Sonntag, 16 März 2014 13:46

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