Montag, 12 Januar 2015 00:00

Krippenbetreute Mädchen müssen später mit psychischen Störungen rechnen

In Skandinavien haben seelische Erkrankungen bei Mädchen in den letzten 20 Jahren um 1.000 Prozent (!) zugenommen. Die Depressions-Rate ist um rund 500 Prozent (!) angestiegen. Die höchste Quote an Selbstmorden unter Mädchen ist in Schweden und Finnland zu finden. Woran könnte dies liegen?

Professor Dr. Manfred Spreng hat sich viele Jahre seines Berufslebens mit Neuro- und Sinnesphysiologie (Physiologie = Wissenschaft von Funktion des menschlichen Organismus) beschäftigt. In über 200 wissenschaftlichen Beiträgen in Büchern und Zeitschriften hat er sich als Universitäts-Professor in Erlangen mit Physiologie des Gehörs, Sprachentwicklung, Hören in Schulen, Lärmstress-Wirkung etc. auseinandergesetzt.
In einem Beitrag für die Zeitschrift diakrisis (4/2014) geht er der Frage nach, welche Ursachen die hohe Selbstmord-Rate unter Mädchen in Skandinavien haben könnte. Dabei stellt er zunächst einmal fest, dass in skandinavischen Ländern die Hälfte der 12 Monate alten Kleinkinder und um die 90 Prozent der 1 bis 3-Jährigen z. B. in Krippen fremdbetreut untergebracht sind. Was richtet eine solche Kita-Betreuung in den Gehirnen der noch sehr jungen Menschen an? Spreng weist darauf hin, dass durch die vorübergehende Trennung von der Mutter und die damit verbundenen Ängste in den Kindergehirnen das Stress-Hormon Cortisol in viel zu hohen Mengen ausgeschüttet wird. Und dieses Cortisol kann eine Vielzahl von schädigenden Wirkungen nach sich ziehen. Studien hätten Hinweise erbracht, dass kleine Mädchen mit einem zu hohen Cortisol-Pegel später deutlich größere Probleme bei der Angst-Bewältigung aufweisen als Mädchen, die als Kinder keine hohen Cortisol-Spiegel aufwiesen. 

 

Bei Jungen ist dieser Trend auch festzustellen, ist aber nicht so ausgeprägt. Weiter weist Spreng darauf hin, dass durch den zu wenigen und unruhigen Schlaf von Kleinkindern in einer Krippe die Produktion von Wachstums-Hormonen gebremst werde, die für die frühe Ausreifung des Gehirns benötigt würden. Eine weitere Folge dieser Wachstumsbremse sei ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken, wie eine kanadische Studie offenbart hat. Für Spreng ist klar: Eine zu frühe und zu intensive Fremdbetreuung in Kitas werde erhebliche Konsequenzen auf die Gesamtgesellschaft haben – siehe Skandinavien.

(Mit freundlicher Genehmigung vom Nachrichtenmagazin Topic, Ausgabe 11.2014)

Gelesen 1445 mal Letzte Änderung Mittwoch, 12 August 2015 19:14